Qigong - der Begriff
Das Wort Qigong (auch Qi Gong, Chi Kung) setzt sich aus zwei chinesischen Zeichen zusammen.
Qi (sprich: tschie), der "Lebensatem", ist ein zentraler Begriff des klassischen chinesichen Weltbildes. Qi ist in steter Bewegung und Wandlung begriffen, durchdringt unbelebte und belebte Natur wie Pflanzen, Tiere und Menschen. Dieses Verständnis von Qi ist grundlegend für die chinesiche Kultur, darunter der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Gong (sprich: gung) bedeutet Arbeit, Zeit oder Fertigkeit. Diese Silbe steckt auch in dem Begriff Gongfu (die im Westen bekanntere Schreibweise ist Kungfu, Kampfkunst).
Das Wort Qigong beinhaltet also die Arbeit mit der Lebensenergie und das Erlangen von Fertigkeiten im Umgang mit der Lebensenergie, was viel Zeit und "Arbeit" - in Form von inhaltlicher Auseinandersetzung - erfordert.
Dies ist ein stetiger Prozess des Lernens und Übens, in dessen Mittelpunkt das Kennenlernen und behutsame Steuern eigener Lebensvorgänge - geistiger und körperlicher - steht. Deshalb gibt es kein Ende dieses Lernens. Durch Üben kann man tiefer verstehen, sensibler in sich hineinhören und handeln. Diese Intention ist der wesentliche Unterschied zu einer westlichen "Gymnastik".
Dabei sind die individuellen Ansätze des Qigong durchaus unterschiedlich, wie dies in den heute zu beobachtenden fünf großen Strömungen des Qigong deutlich wird:
Medizinisches Qigong - zielt auf die Erlangung bzw. Erhaltung der Gesundheit. Akupunkturpunkte, Meridiane, Atmung stehen hier im Vordergrund.
Qigong für die Kampfkunst - dient dem Aufbau einer guten körperlichen Verfassung und bereitet durch Schulung der Vorstellungskraft Yi (sprich "I") in Verbindung mit Bewegungen die Grundlage für reflexartiges Handeln in Zweikampfsituationen.
Daoistisches Qigong - ist bestimmt von der daoistischen Lehre. Inhalt ist das Bewahren und Nähren der drei Schätze: Essenz (Jing), Energie (Qi) und Geist (Shen).
Buddhistisches Qigong - Geht auf die Meditationsschule namens Chan (heute bekannter Zweig in Japan ist "Zen") zurück. Die Übungen orientieren sich an der Lehre von Chan. Es wird hauptsächlich im Sitzen geübt.
Konfuzianisches Qigong - orientiert sich an den ethischen Prinzipien des Konfuzius. Charakterbildung und Tugendübungen stehen im Vordergrund.
ausführlichere Informationen hierzu finden Sie z.B. in dem Buch "Der Weg zur Gesundheit" von Jumin Chen
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